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Sandra Kolly, Regierungsrätin

«Schlagzeug spielen wollte ich schon immer mal – irgendwann muss ich es noch lernen»


Bau- und Justizdirektorin Sandra Kolly ist seit rund 100 Tagen im Amt.

Seit gut 100 Tagen ist die neue Bau- und Justizdirektorin, Sandra Kolly (51) im Amt. Die frühere Präsidentin der CVP Solothurn hat sich «sehr gut» in ihrem neuen Amt eingelebt.

Sandra Kolly, wieso sind Sie stolz, Solothurnerin zu sein?
Wenn Freunde aus anderen Kantonen bei mir zu Gast sind, sind sie oft begeistert, ja flippen zum Teil richtig aus, wenn ich ihnen Altstadt, Verenaschluscht, Weissenstein, Waldegg, Kathedrale, Märet etc. zeige. Eine superschöne Stadt und Landschaft mitten In der Schweiz - der Kanton Solothurn ist cool. Zudem ist er meine Heimat.

Wie geht es Ihnen nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt?
Ich habe mich sehr gut eingelebt und schon zwei Sessionen erfolgreich hinter mir. Mir gefällt es super!

Wie hat sich Ihr Alltag verändert?
Vorher war ich tagsüber 100 % berufstätig und abends an Sitzungen. Jetzt bin ich tagsüber an Sitzungen und abends im Büro oder an repräsentativen Anlässen. Im Büro gibts neu eine Magnetwand und einen Flatscreen. Sonst bleibt alles wie es war.

Wäre Ihnen das Finanzdepartement doch lieber gewesen?
Das Bau- und Justizdepartement ist mein Wunschdepartement – ich bin happy und möchte nicht tauschen. Es ist mit Hoch- und Tiefbau, ÖV, Raumplanung, Umwelt ein sehr spannendes und vielseitiges Departement.

Langweilig wird es Ihnen also nicht?
Nein, überhaupt nicht. Es herrscht eine enorme Dynamik in diesem Departement, nicht zuletzt, weil wir nahe an den Gemeinden und Bürgern dran sind. Wenn ich irgendwo bin, werde ich immer angesprochen. Mir gefällt diese Nahbarkeit.

Erstmals gibt’s eine Frauenmehrheit in der Solothurner Exekutive und eine Stadtpräsidentin. Da geraten gerade einige ewige Traditionen aus den Fugen. Woher rührt das?
Ich denke das liegt im Zeitgeist und daran, dass es mehr Frauen gibt, die sich für politische Ämter zur Verfügung stellen. Aber unabhängig davon, ob Frauen oder Männer die Mehrheit bilden - wichtig ist mir, dass die Sache im Vordergrund steht. Was anders ist? Ich weiss es nicht. Ich war ja zuvor in keiner Regierung mit einer Männermehrheit.

Im Fokus des Legislaturplan steht u.a. der Klimawandel. Wie wichtig ist Ihnen das Thema?
Sehr wichtig. Stichwort hier ist primär Energieeffizienz im Bereich etwa von Gebäudesanierungen. Was wir unbedingt tun müssen, ist die Bevölkerung besser aufzuklären, welche Fördergelder es gibt, wenn man z.B. energetisch saniert. Viele, die alte Häuser kaufen, wissen gar nicht, was sie vom Kanton zu Gute hätten. Nach der Ablehnung des Co2-Gesetzes braucht es künftig vermehrt offensives Vorgehen.

Was halten Sie von E-Autos?
Ich fahre einen Mild-Hybrid, zwar noch ohne Stecker also, aber immerhin.

Kommt ein E-Auto für Sie infrage?
Sicher. Im Büro haben wir in der Tiefgarage Ladestationen. Probleme hätte ich im Moment in der Garage bei mir zu Hause, da gibt es nichts. Hier besteht eine Herausforderung, dass man künftig bei Neubauten Ladestationen einkalkuliert.

Hochwasserschutz ist auch ein grosses Thema?
Ja, und andererseits sicherzustellen, dass wir in Trockenperioden genug Wasser haben. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre ist die Bevölkerung sehr sensibel geworden.

Haben Sie ihr Helferfest nach dem Wahlsieg Ende April schon nachholen können?
Bis jetzt leider noch nicht. Mittlerweile peile mehr ein Jubiläumsfest nach dem ersten Amtsjahr an. Ich hoffe, dass es bis dann möglich ist ohne Masken und Zertifikate zusammenzukommen. Ich bin schon froh, wenn Weihnachten wie geplant stattfindet. Zwischen Weihnacht und Neujahr habe ich immer Programm mit meinen Gottenkindern, Piste, Musical etc.

Wie sehr tangiert Sie die Pandemie?
Bislang hatte ich immer Glück, blieb gesund und konnte meinen Job machen und hatte auch meine sozialen Kontakte. Aber Corona hängt an. Meine Eltern sehe ich seit Monaten nur noch mit Maske.

Impfzwang, Lockdown für Ungeimpfte - was halten davon?
Impfzwang sehe ich überhaupt nicht. Das gibt einen Aufstand, besonders zum jetzigen Zeitpunkt nach der hitzigen Abstimmung zum Covid-Gesetz. Und auch ein Lockdown nur für Ungeimpfte? Wie soll man das kontrollieren?

Was tun Sie, wenn Sie den Kopf mal freibekommen wollen von Corona und Politik etc.?
Nordic Walking im Wald oder in die Berge fahren. Ich mag Hitze nicht.

Sie gehören nach der Namensänderung ab 1.1.22 zur Mitte Solothurn und nicht mehr zur CVP. Mitte tönt so sexy wie ein Schluck Kamillentee?
Wir werden oft etwas belächelt, weil der Name langweilig klingt. Fakt ist aber halt, dass die Mitte das Scharnier zwischen rechts und links ist und wir sehr oft für den Kompromiss zwischen den Polen sorgen. Ich fühle mich wohl in dieser politischen Mitte. Als vormalige Präsidentin der CVP Solothurn muss mich aber sicher auch noch etwas an den neuen Namen gewöhnen.

Sind Sie privat auch ein ausgemitteter Mensch oder können Sie auch Mal laut werden?
Grundsätzlich bin ich ein lösungsorientierter und ausgemitteter Mensch, ja. Auf die Nerven geht mir, wenn man Probleme bewirtschaftet und vorhandene Lösungen ignoriert, nur weil sie möglicherweise nicht ins Parteibuch passen. Es kann mir den Hut lüpfe, ja!

Worauf können Sie unmöglich verzichten?
Auf Familie und Freunde. Das Privatleben kommt etwas kurz, wenn man politisch so engagiert ist. Sicher nicht verzichten könnte ich auch auf gutes Essen. Ich esse wirklich sehr gern.

Davon sieht man aber überhaupt nichts?
Höre ich immer wieder, aber es ist so. Ich esse megagern und gut!

Sie sind Mitglied im Landfrauenverein Gäu. Hat man Sie vom Schweizer Fernsehen schon angefragt, ob Sie in einer nächsten Staffel Landfrauenküche mitmachen möchten?
(lacht) Ich glaube dafür müsste man Bäuerin sein, oder?

Mindestens ein paar Hühner und ein Salatbeet müssten Sie wohl schon zu Hause halten?
Habe ich nicht. Mein Vater wuchs auf einem Bauernhof auf, mehr Familienbezug zur Landwirtschaft kann ich nicht bieten. Insofern wird es schwierig mit einem TV-Auftritt als Landfrau.

Kochen Sie denn gern?
Ja, sehr gern. Ich komme einfach nicht so oft dazu?

Was essen Sie gern?
Mir können Sie gern Geschwellte und Salat hinstellen oder eine Bernerplatte - das habe ich sehr gern. Es darf, muss aber nicht immer noble Küche sein.

Was möchten Sie nie über sich hören müssen?
Dass ich kleinkariert bin. Dann müsste ich über die Bücher.

Welches war die beste Entscheidung Ihres Lebens?
Es war sicher eine sehr gute Entscheidung 2009 auf die Kantonsratsliste zu gehen. Ich habe damals lange überlegt, ob ich soll und bin sehr froh, dass ich es getan habe. Ansonsten wäre ich heute nicht Regierungsrätin.

Wenn es so weitergeht, kommt bald der Nationalrat?
Nationalrat ist für mich keine Option mehr! Obwohl ich immer noch erster Ersatz bin. Sollte widererwarten der Moment kommen, an dem ich nachrücken könnte, wäre das jetzt als Regierungsrätin kein Thema.

Dann werden Sie gleich direkt Bundesrätin?
Genau … (lacht)

Was möchten Sie im Leben noch unbedingt erleben, machen, sehen oder tun?
Ich reise sehr gern. In Australien und Neuseeland war ich noch nie. Allerdings möchte ich jetzt nicht mal Kurzstrecken fliegen. Einfach, weil es mich nicht anmacht in dieser Zeit, in der man nie weiss, wann wo, welche Quarantänen gelten für längere Zeit aus der Schweiz rauszugehen.

Gibt es sonst etwas, dass Sie unbedingt noch tun müssen?
Schlagzeug spielen wollte ich schon immer und irgendwann muss ich es noch lernen.

Gibt es keine Band im Rötihof?
Soviel ich weiss nicht - aber ich könnte ja anfangen und ein Schlagzeug im Büro aufstellen. 

Was bedeutet Glück für Sie?
Mag banal klingen - aber Gesundheit ist das grösste Glück. Oder auch gute Freunde zu haben. Und für mich die Berge vor dem Haus.
MICHAEL SCHENK

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